Der 2. Juni ist kein gewöhnlicher Tag - er gehört der Sexarbeit. Seit Jahrzehnten nutzen Sexarbeiter*innen weltweit diesen Aktionstag, um auf ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen, für ihre Rechte einzutreten und für Politik und Staat sichtbar zu bleiben. Wir erklären Euch, wie der Aktionstag entstanden ist und stellen Euch einige Veranstaltungen rund um den Hurentag in Deutschland vor.
Am 2. Juni 1975 besetzten rund 150 Sexarbeiter*innen die Kirche Saint-Nizier in Lyon. Ihr Protest richtete sich gegen willkürliche Polizeigewalt, Kriminalisierung und die systematische Missachtung ihrer Grundrechte. Die Besetzung dauerte acht Tage, bevor die Polizei die Kirche gewaltsam räumte. Doch die Wirkung war nachhaltig: Die Aktion gilt als Geburtsstunde der Sexarbeiter*innen-Rechtsbewegung, und der 2. Juni wurde weltweit als Internationaler Hurentag anerkannt. Ein Tag, der bis heute für Sichtbarkeit, Solidarität und politischen Einsatz steht.
Fünfzig Jahre nach Lyon ist der Internationale Hurentag kein historisches Datum geblieben. In Deutschland koordiniert der BesD (Der Berufsverband für erotische und sexuelle Dienstleistungen) jedes Jahr eine Aktionswoche rund um den 2. Juni: mit Kundgebungen, Filmvorführungen, Ausstellungen, Führungen und offenen Gesprächsformaten. Bundesweit öffnen Beratungsstellen, Sexarbeiter*innen und Verbündete gemeinsam Räume für Austausch, Aufklärung und Begegnung auf Augenhöhe. Der Grundsatz ist dabei immer derselbe: Sprecht mit uns, anstatt über uns!
02. April bis 25. Oktober
Die Geschichte der Sexarbeit lässt sich von der Antike bis in die Gegenwart verfolgen. Welches Menschenbild die Zeit prägte, welche Werte galten und wer Macht ausübte, lässt sich auch daran ablesen, wie gesellschaftlich mit Sexarbeit umgegangen wurde. Sie bedeutete in manchen Zeiten für Frauen eine von wenigen Möglichkeiten, selbständig Einkommen zu generieren. Ihre Geschichte wurde bislang meist aus einer Außenperspektive geschildert. Diese Ausstellung erzählt die Geschichte anders: Gemeinsam mit einem Kollektiv forschender Sexarbeiter*innen wird in der Bundeskunsthalle Kunst, Kulturgeschichte und Archivmaterial präsentiert, orientiert an einem zentralen Prinzip: Nichts über uns ohne uns!
Ort: Bundeskunsthalle, Helmut-Kohl-Allee 4, 53113 Bonn
Öffnungszeiten: Di 10–18 Uhr, Mi 10–21 Uhr, Do–So 10–18 Uhr
Kosten: Museumseintritt
Web: Bundeskunsthalle
14. Mai bis 7. Juni 2026
Der Fotograf Tim Oehler hat 30 Sexarbeiter*innen porträtiert: Menschen, die als Escort, Domina oder Dominus, Tantra-Masseur*in, Fetisch-Ärzt*in, Stripper*in oder Bondage-Spezialist*in tätig sind. Die Ausstellung basiert auf seinem 288-seitigen Bildband und zeigt ehrliche, niemals voyeuristische Aufnahmen aus der Arbeits- und Lebensrealität von Sexarbeitenden.
Ort: 2og:dondorf, Gabriel-Riesser-Weg 3, 60325 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr, Sa, So 10–19 Uhr / Do 10–22 Uhr / Mo geschlossen
Eintritt: kostenlos
Infos: sex-workers.de
Sonntag, 31. Mai 2026
Ruby Rebelde liest aus "Warum sie uns hassen" — über Sexualmoral, Autoritarismus, gesellschaftliche Narrative, Stigmatisierung und deren Auswirkungen auf Betroffene. Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung von Tim Oehler. Im Anschluss gibt es Raum für Fragen und Austausch.
Ort: 2og:dondorf, Gabriel-Riesser-Weg 3, 60325 Frankfurt am Main
Zeit: 17:00 bis 20:00 Uhr
Eintritt: kostenlos
Infos: sex-workers.de
Montag, 1. Juni
Wie sieht ein professionelles BDSM-Studio eigentlich aus – und was passiert dort? Das Refugium Divine öffnet seine Türen für kleine, persönliche Führungen: In Gruppen von maximal 5 Personen bekommst Du einen ehrlichen Einblick in die Räume, die Ausstattung und die Atmosphäre – ohne Scheu, ohne Druck, mit Zeit für Deine Fragen.
Ort: Refugium Divine, Landingstraße 10, 63739 Aschaffenburg
Zeit: ab 17:00 Uhr, alle 30 Minuten (letzte Führung 20:30 Uhr)
Kosten: kostenlos, Anmeldung per E-Mail erforderlich
Organisiert von: BDSM-Studio Refugium Divine
Montag, 1. Juni
Mit dieser Aktion wollen wir aufmerksam machen auf unsere Haltung GEGEN ein Sexkaufverbot und gegen Stigmatisierung und Kriminalisierung und FÜR Safer Sex und für respektvollen Umgang mit Sexarbeitenden* und Kunden von sexuellen Dienstleistungen. Als Anlaufstelle für Sexarbeitende, die sich anonym und kostenlos beraten und testen lassen können, werden wir außerdem unsere Beratungs-, Hilfs- und Testangebote vorstellen. Natürlich stehen wir für alle Fragen zur Verfügung und freuen uns über regen Austausch!
Ort: Kurfürstenstraße, Berlin
Zeit: 15:00 bis 17:00 Uhr
Kosten: kostenlos, keine Anmeldung nötig
Organisiert von: Zentrum für sexuelle Gesundheit und Familienplanung in Charlottenburg-Wilmersdorf
Kontakt für Nachfragen: Maya Perrier, [email protected]
Montag, 1. Juni
Der Dokumentarfilm von Sobo Swobodnik begleitet die Berliner Sexarbeiterin Lena Morgenroth über mehrere Monate bei ihrer Arbeit und in ihrem Alltag – und zeigt das, was politische Debatten Sexworkern leider oft verweigern: Selbstwirksamkeit, Komplexität, Würde. Das Ergebnis ist ein respektvolles Porträt einer Frau, die über ihr eigenes Leben bestimmt. Im Anschluss gibt es ein Filmgespräch zusammen mit lokalen Sexarbeiter*innen aus verschiedenen Arbeitsbereichen und ein Ask-a-Sexworker-Format.
Ort: Gloria Kino – Gloriette, Hauptstraße 146, 69117 Heidelberg
Zeit: 20:30 Uhr
Tickets: Gloria & Gloriette Kino und Kinoheld
Dienstag, 2. Juni
Der Candyshop ist einerseits ein klassisches Bordell, aber irgendwie auch cool. Inhaber Aurel Marx schafft es immer wieder durch markige Kundenansprache sein Etablissement entsprechend zu bewerben. Die Zimmer sind sehr geschmackvoll eingerichtet und dürfen an diesem Tag besichtigt werden. Einige Damen aus der Candyshop-Crew stehen für Fragen zur Verfügung, und auch die politische Sprecherin des BesD, Johanna Weber, ist vor Ort. Sie hat lange in ähnlichen Etablissements gearbeitet.
Ort: Candy Shop, Kamenzer Damm 85, 12249 Berlin
Zeit: 17:00 bis ca. 18:30 Uhr
Kosten: kostenlos
Nachfragen & Anmeldung: per E‑Mail an [email protected]
Dienstag, 2. Juni
Sexarbeit in Hamburg — das ist nicht beschränkt auf die bekannten Medienbilder aus St. Pauli, sondern findet in allen Stadtteilen statt. Ob auf der Straße, in Appartements, Laufhäusern, Wohnungen, Clubs oder in Studios — mit unserer Kundgebung wollen wir auf die verschiedenen und sehr vielfältigen Arbeitsrealitäten von Sexarbeit in unserer Stadt aufmerksam machen.
Ort: Hansaplatz, 20099 Hamburg
Zeit: 16:30 bis 17:30 Uhr
Kosten: kostenlos, keine Anmeldung nötig
Dienstag, 2. Juni
Veranstaltung in der Peterskirche mit kreativen Beiträgen und Lesungen von Sexarbeitenden, und World-Café-Format zum Austausch und Fragen stellen.
Ort: Peterskirche, Schletterstraße 5, 04107 Leipzig
Zeit: ab 18:00 Uhr
Kosten: Eintritt frei, Spenden willkommen
Kinderbetreuung auf Anfrage möglich
Kontakt für Nachfragen: [email protected]
Donnerstag, 4. Juni
Ein interaktiver Workshop, der einen praxisnahen Zugang zu den strukturellen Realitäten von Sexarbeit in Deutschland ermöglicht. Im Zentrum steht ein angeleitetes Rollenspiel, in dem Teilnehmende die Perspektive von Sexarbeitenden einnehmen und sich durch verschiedene Entscheidungssituationen bewegen. Im Anschluss folgt eine moderierte Reflexion zu Stigma, Rechten und strukturellen Rahmenbedingungen.
Moderation: Pallas Athene
Ort: 2og:dondorf, Gabriel-Riesser-Weg 3, 60325 Frankfurt
Zeit: 16:00 bis 19:00 Uhr
Kosten: Eintritt frei
Infos: sex-workers.de
Mittwoch, 3. Juni
Angelehnt an das “Ask A Sexworker”-Format beantworten vier Kunden von Sexarbeitenden rund 90 Minuten lang in einem moderierten Gespräch Eure Fragen.
Zeit: 18:30 bis 20:00 Uhr
Infos: kundschaft-sexarbeit.de
Anmeldung: E‑Mail an [email protected]
Die vollständige Liste aller bundesweiten Events gibt es auf der Seite des BesD.
Kaufmich.com ist ein kostenloses soziales Netzwerk für Dienstleister und Kunden aus der Escort-Branche. Sexkontakte mit Hobby-Huren, Studentinnen für Girlfriendsex, leidenschaftlichen Typen und Trans* Personen für heiße Abenteuer, Escort-Agenturen, Bordelle und Kunden - hier findet jeder, wen er sucht und kann jeden direkt kontaktieren, egal ob hetero, bi oder schwul. Mit dieser Community bringen wir das älteste Gewerbe der Welt ins 21. Jahrhundert!
Bei Kaufmich hat jeder die freie Auswahl: In vier Ländern stehen für jeden Anlass und Geschmack passende Escorts bereit – auch außerhalb der Großstädte! Egal ob BDSM, Rimming, Cuckold, Gruppensex oder einfach eine schlichte Abendbegleitung – Kaufmich bietet das All-Round-Paket!
Escorts in Berlin
Escorts in Hamburg
Escorts in München
Escorts in Köln
Escorts in Frankfurt
Escorts in Leipzig
Escorts in Stuttgart