Sexarbeit ist so vielfältig wie die Menschen, die sie ausüben – und so bunt wie die Wünsche, Fantasien und Bedürfnisse ihrer Kundschaft. Der Begriff umfasst viele verschiedene Tätigkeiten, die eines gemeinsam haben: einvernehmliche, gegen Bezahlung erbrachte sexuelle oder erotische Handlungen im Sinne einer Dienstleistung.
Der BesD e.V. vertritt die Interessen aller Sexarbeitenden in Deutschland. Somit haben sie einen umfassenden Blick in die Branche und möchten hier einen Überblick über die vielfältigen Arten von Sexarbeit geben.
Escort bedeutet: Begleitung – und das kann vieles heißen. Vom Dinner-Date über einen Theaterabend bis zu intimen Stunden im Hotelzimmer. Manche Escorts bieten nur gesellschaftliche Begleitung an, andere auch sexuelle Dienstleistungen. Der Begriff hat sich in den letzten Jahren sehr gewandelt. Häufig steht eine persönliche, individuelle Erfahrung im Mittelpunkt.
Die wohl bekannteste Form von Sexarbeit. Sie ist so bekannt, da sie im öffentlichen Raum stattfindet – an bekannten Straßen, Plätzen oder in bestimmten Vierteln.
Der direkte Kontakt zwischen Sexarbeitenden und Kundschaft entsteht auf der Straße.
Wegen ihrer im offenen Raum zutage tretenden Art und Weise oft romantisiert bzw. auch verteufelt. Auf der Straße sind Sexarbeitende der Witterung und oft auch mangelnden hygienischen Begebenheiten ausgesetzt. Auch am Sicherheitsaspekt mangelt es oftmals. Dafür kann Straßenprostitution sehr flexibel und spontan sein und Sexarbeitenden viel Freiraum bieten.
Bordelle sind feste, genehmigte Betriebsstätten, in denen Sexarbeitende ihre Kund*innen empfangen. Sie bieten private Räume und oft zusätzliche Infrastruktur wie Duschen, Barbereiche oder Aufenthaltsräume.
Im Gegensatz zur Straßenprostitution findet hier alles in geschlossenen Räumen statt.
Häufig als „FKK-Club“ oder „Saunaclub“ bekannt. Kund*innen zahlen meist einen Eintritt und können sich in gemeinschaftlichen Bereichen wie Sauna, Pool oder Bar aufhalten.
Die sexuellen Dienstleistungen werden individuell vereinbart und zusätzlich zum Eintritt bezahlt. Das Clubkonzept verbindet oft Freizeit- und Erotikangebote.
Laufhäuser sind mehrstöckige Gebäude, in denen Sexarbeitende eigene Zimmer mieten. Kund*innen können frei durch die Flure „laufen“, offene Türen oder Anzeigen beachten und spontan entscheiden, mit wem sie Zeit verbringen möchten.
Diese Form ermöglicht direkten Kontakt und eine große Vielfalt von Sexarbeitenden innerhalb eines Hauses.
Auch dieser Bereich ist vielfältig. Hier geht es um erotische Shows, bei denen Sexarbeitende tanzen, sich ausziehen und mit dem Publikum interagieren – meist ohne direkten sexuellen Kontakt.
Table Dance kann auf einer Bühne oder in einem exklusiven Bereich stattfinden und ist die Show oft individuell auf den Gast zugeschnitten.
Von sanftem Fesseln bis zu ausgefeilten Rollenspielen – BDSM-Profis bieten ein Spektrum an sinnlichen, psychologischen und manchmal auch sehr körperlichen Erlebnissen an.
Der Fokus kann auf Kink, Fetisch, dirty games, Dominanz, Unterwerfung, Schmerzlust oder außergewöhnlichen Fantasien liegen. Diese können in privaten Räumen, Hotelzimmern oder auch BDSM-Studios umgesetzt werden.
Hier steht die Berührung im Mittelpunkt: sinnlich, achtsam und oft ganzheitlich. Manche Massagen enthalten erotische Elemente, andere konzentrieren sich auf Körperbewusstsein und Entspannung. Auch diese Form von Sexarbeit kann in Studios stattfinden oder im privateren Rahmen.
Digital, aber nicht weniger intim: Per Webcam oder Telefon gestalten Sexarbeitende erotische Gespräche, Shows oder interaktive Rollenspiele – oft über Plattformen, die weltweite Kundschaft ermöglichen.
Eine spezielle Form von Sexarbeit ist Intimität mit Menschen, die aufgrund von Behinderung, Krankheit oder Altersbeschwerden Unterstützung beim Erleben von Sexualität wünschen.
Sexualassistent*innen arbeiten oft mit besonderer Sensibilität, barrierefreien Angeboten und angepasster Kommunikation.
Nichtdestotrotz ist diese Art der Sexarbeit so individuell wie die anderen hier beschriebenen Arten, also ob Tantra, Online, BDSM oder andere Formen der Sexarbeit.
Ob vor der Kamera für Filmproduktionen oder im eigenen Online-Aboformat – Sexarbeitende erstellen explizite Inhalte. Das Spektrum reicht von Amateurvideos bis zu professionellen Produktionen und deckt alle Facetten menschlicher Sexualität ab.
Wichtig: Sexarbeit ist so individuell wie die Menschen selbst. Viele kombinieren verschiedene Bereiche – etwa Escort und Online Content – oder wechseln im Laufe ihres Berufslebens.
Der BesD setzt sich dafür ein, dass all diese Formen von Sexarbeit sicher, fair und selbstbestimmt ausgeübt werden können. Das erreichen wir neben politischem Aktivismus auch mit Workshops für Sexarbeitende. Mehr zu uns erfährst Du hier.
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