Länderbericht: Sexarbeit in Brasilien

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In den meisten Ländern unserer Welt gibt es spezielle Regelungen und Gesetze, die den Umgang mit Sexarbeitern, dem Prostitutionsgewerbe und / oder ihren Kunden regeln. In unseren Länderberichten versorgen wir Euch mit wichtigen landestypischen Informationen. Im folgenden Artikel geht es um die Regelung der Sexarbeit in Brasilien.

 

Sexarbeit in Brasilien: Sexarbeit ist legal, organisierte Prostitution verboten

Sexarbeit in Brasilien ist legal und wurde im Jahr 2000 als Beruf anerkannt. Das Land hat sich auch zu einer Hochburg für Sextourismus und der Kinderprostitution entwickelt. Das Führen von Bordellen und Zuhälterei ist illegal und wird mit Gefängnisstrafen zwischen 2-5 Jahren bestraft, aber in der Realität existieren sie in einem Umfeld von Korruption und Ausbeutung.

Gearbeitet wird üblicherweise in Termas (Saunas), Luxusbordellen, Nachtclubs, Hotels, an Strassenecken und in Rotlicht-Bars. Der Sex-Tourismus ist der Regierung ein Dorn im Auge, weshalb bspw. in Rio de Janeiro einige Bordelle und Rotlicht-Treffpunkte geschlossen wurden. Insbesondere mit Blick auf die letzte WM 2014 und der kommenden Olympiade 2016, will man Brasilien vom Schmuddel-Image befreien.

Auch gibt es eine eigene Website der Regierung, die sich an Sexarbeiterinnen richtet und Beratung und Professionalisierung für jene anbietet, die einsteigen wollen. Nichtsdestotrotz liegt der Anteil von Prostituierten, die mit HIV infiziert sind, bei 6% (Zahlen von 2003); mit Aufklärungskampagnen und der Verteilung kostenloser Kondome versucht man die Nutzung von Kondomen zu verbreiten.

Sexarbeit in Brasilien: Organisationen

Seit den 70er-80er Jahren hat sich dort auch eine politische Bewegung entwickelt, die für die Rechte der Prostituierten kämpft. Organisationen wie Daspu und Davida haben sich gegründet.

Unter Federführung und Namensgebung der mittlerweile verstorbenen Ex-Prostituierten und Aktivistin Gabriela Leite hat sich ein Projekt entwickelt, das darauf abzielt, Prostitution als Beruf zu regulieren und die schlechten Arbeitsbedingungen abzuschaffen. Das Projekt soll auch dazu beitragen, Kinderprostitution sowie Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung zurückzudrängen.

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