In den meisten Ländern unserer Welt gibt es spezielle Regelungen und Gesetze, die den Umgang mit Sexarbeitern, dem Prostitutionsgewerbe und / oder ihren Kunden regeln. In unseren Länderberichten versorgen wir Euch mit wichtigen landestypischen Informationen. Im folgenden Artikel geht es um die Regelung der Sexarbeit in Grossbritannien.  

 

Sexarbeit in Grossbritannien: grundsätzlich legal, aber stark eingeschränkt
Die Zahl der in Grossbritannien tätigen Sexarbeiterinnen wird auf 100.000 geschätzt, die in Saunas, Massage-Studios, Escort Agenturen und privaten Wohnungen arbeiten. Nach einer Studie (Tampep) sind 41% aller Prostituierten Migranten, in London sogar 80%, die meist aus Osteuropa und Süd-Ost-Asien stammen.

 

In Grossbritannien (England, Wales und Schottland) ist Prostitution legal, aber viele Aktivitäten rund um Prostitution sind illegal. Zum Beispiel, dass Dritte von der Prostitution profitieren, wie z.B. Zuhälter.

 

Es ist auch illegal, öffentlich an der Strasse mit Kunden zu verhandeln. Sexarbeiterinnen, die an der Strasse arbeiten, sind häufig Opfer polizeilicher Kontrollen, von Verhaftungen und Bußgeldern.

 

Viele dieser Frauen sind dann mit Gerichtsbeschlüssen konfrontiert, die ihnen verbieten, in bestimmten Strassen, Orten ihr Geschäft auszuüben. Wenn sie dagegen verstossen, können sie inhaftiert werden.

 

Es ist seit April 2010 auch für die Männer illegal, am Strassenstrich mit dem Auto Runden zu drehen (kerb crawling) und mit Sexarbeiterinnen zu verhandeln. Männer werden deshalb häufig festgenommen und manche werden gezwungen, in sog. John-Schools, also Freier-Seminaren Umerziehungsprogramme zu durchlaufen.

 

Ein weiteres Spezifikum der englischen Verhältnisse ist, dass Kunden, die mit sog. Zwangsprostituierten verkehren, bestraft werden, auch wenn sie nichts davon wissen, dass eine Prostituierte unter Zwang arbeitet.

 

 

 

Sexarbeit in Grossbritannien: Ausübungsorte
Viele SexarbeiterInnen arbeiten von Wohnungen aus, sowohl für Escort Agenturen, Apartments und Parlours, eine Art Wohnungsbordelle. Nach dem jetzigen Gesetz sind Bordelle verboten und Frauen, die an einem Ort zusammen arbeiten, werden kriminalisiert. Daher entscheiden sich viele, ganz allein zu arbeiten, was sie schutzloser gegenüber gewalttätigen Übergriffen macht. Derzeit ist es so, dass eine Wohnung oder Apartment, in der mehr als eine Person arbeitet, als Bordell definiert wird. Razzien sind in diesem Bereich die Regel. Sollte eine Person, die ein Bordell leitet, überführt worden sein, winkt eine Haftstrafe von maximal sieben Jahren.

 

Dieses Gesetz wird häufig gegen das Führen von Massage Studios und Clubs eingesetzt, wo die Polizei davon ausgeht, dass dort Minderjährige oder migrantische Sexarbeiter tätig sind. Migrantinnen als Opfer von Menschenhandel werden in der Regel in ihre Herkunftsländer abgeschoben.

 

Gegen die Strassenprostitution wird ebenfalls drastisch vorgegangen. Polizeikontrollen gegen Sexarbeiter und ihre Kunden sind sehr häufig. Strassenprostituierte mit Drogenproblemen werden aufgefordert, Rehabilitionsprogramme zu besuchen. Kunden von Strassenprostituierten müssen mit härteren Strafen rechnen, mit Führerscheinentzug, aber auch mit der Blossstellung ihrer Identität mit Name und Fotos in Zeitungen.

 

 

 

Sexarbeit in Grossbritannien: Organisationen
Insgesamt kann man sagen, dass die Rahmenbedingungen, unter denen Prostitution in England praktiziert wird, die Sexarbeiterinnen kriminalisieren und sie kaum die Möglichkeit auf sichere und geschützte Arbeitsplätze haben.

 

Eine Organisation, die sich für die Rechte und den Schutz von SexarbeiterInnen stark macht, ist SWOU, ein Sexworker geführtes Kollektiv mit Sitz in London und Glasgow. Zur Sex Worker Open University haben wir noch einen weiteren Artikel für Euch.

 

Eine weitere Organisation in London ist ECP - English Collective of Prostitutes.

 

Written by Susi


  • Ich liebe es! 1

3 Kommentare

Anonymous

Geschrieben

*Grins* Wohl wahr-wohl wahr!

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Anonymous

Geschrieben

Würde weltweit jedem aus der Gesetzgebenden Gewalt (exekutive,judikative,legislative), der jemals SDLgen in Anspruch genommen hat, die Haare ausfallen, wären unzählige Friseursalon`s überflüssig & pleite.

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Anonymous

Geschrieben

Wie in fast allen Ländern: Nur unter hervorgehaltener Hand darf es SDL geben. Sex muss ja echt was schlimmes sein, aber komisch ist... fast jeder hat ihn zu Hause, oder anders wo! Es bleibt also wie es ist....SDL, bekommen Honorar, und jeder Vater Staat will ein Stück vom Kuchen ab bekommen. Es geht denen gar nicht um unser Schutz, unsere Sicherheit...nein! Mal ganz klar gesagt, es geht ihnen im das Geld und um nichts weiter! Es nervt die Politiker, dass wir etwas haben, wo wir eigentlich walten und tun können was nur wir Frauen wollen!!!!! Ergo, packt man mal wieder die Gesundheitsrisiken aus, die Zwangs Prostitution,, sogar die Kriminalität und die Steuerhinterziehung. Macht ein etwas verschöntes Paket daraus, denn es muss sich ja in der Allgemeinheit gut verkaufen können und schon ist man dem Stück Kuchen eine Stück näher. Es ist wirklich traurig, was da der Allgemeinheit oft und falsch vorgegaukelt wird. ...... Aber gut zu wissen, in anderen Ländern haben die da auch solche Probleme wie wir hier!

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