Konsens, das ist das absolute Minimum, dass sexuelle Handlungen von sexualisierter gewalt und Übergriffen differenziert.
Da möchte ich es an dieser Stelle lobenswert erwähnen, dass Kaufmich vor einigen Tagen alle Nutzer nochmal daran erinnert hat, dass auch der Konsens der Sexarbeiter und Sexarbeiterinnen zu achten ist.
Vorweg möchte ich bemerken, dass ich das Glück hatte, dass die Mehrheit der Begegnungen, die ich über Kaufmich hatte, respektvoll waren.
Es gibt jedoch leider unrühmliche Ausnahmen. Mittlerweile bin ich besser darin geworden, bereits im Chat auszusortieren. Wer, weil ihm mein Stundensatz zu hoch ist, fragt, ob er für die Hälfte von meinem Stundensatz meine 'dreckigen Löcher' lecken könne, mit der dreisten Erwartungshaltung, dass ihr berührbar sei, landet einfach auf meiner Igno-Liste.
Manches Mal konnte ich mich da auch auf die Hilfe von Kaufmich verlassen. Vor einigen Monaten schrieb mich ein Nutzer erst hier an, eröffnete die Nachricht mit einem unaufgefordertem Schwanzbild. (Abgesehen davon dass sowas einen Straftatbestand darstellt, was erhoffen die sich davon, dass einer Domina zu schicken?)
Ich habe ihm gesagt, dass ich keine Zeit und kein Interesse hätte, hatte seine Nachricht gemeldet und schwupps, war der Account gelöscht.
Der Support hatte mir bisher ohne große Probleme geholfen in solchen Fällen, wo das Blockieren des Nutzers alleine der Situation nicht gerecht werden würde.
Deswegen ist und bleibt meine größte Kritik, was mangelnden Respekt und die darauf basierende Nichtachtung von Konsens angeht, die Kunden hier auf KM.
Denn für mich fängst der mangelnde Respekt und die Nichtachtung der Grenzen der Escorts bereits im erstkontakt vom Chat an. Es hatte einmal ein Nutzer unter Vorspiegelung falscher Tatsachen mich zu einem Telefonat zwecks Fakecheck verleitet, und ich erfahre erst bei dem Telefonat, dass er gar nicht in Berlin, sondern in einem anderem Bundesland lebt. Dieser Kunde hat nicht nur gelogen, er hat augenscheinlich entschieden, dass er nicht respektieren muss, dass ich Termine nur innerhalb Berlins mache. Seine Begründung dafür, unter Vortäuschung falscher Tatsachen die Aufmerksamkeit Berliner Dominas zu erhaschen, war, dass in seiner Heimatstadt nicht so viel geht.
Es ist teilweise erschreckend zu sehen, wie niedrig die Hürde für einige Kunden ist, Escorts anzulügen.
Jemand, der meine Zeit, sei es auch nur zum Wichsem vor der Tastatur, vereinnahmen möchte, sollte vielleicht erst einmal grundlegenden menschlichen Respekt entgegen bringen. Und so viel Zeit und Nerven wird uns Sexarbeitenden gestohlen von Kunden, die uns anschreiben ohne auch nur die grundlegensten Infos aus unserem Profil zu entnehmen. Ich bin es Leid, wenn auf meinem Profil meine Preise stehen sowie dass ich nicht besuchbar bin, nach einer halben Stunde Schreiberei über Tabus und Vorlieben gefragt zu werden, wo der Sub mich denn besuchen könne oder was es die Stunde kostet.
Konsens zu wahren und zu achten beginnt bereits bei einer respektvollen Kommunikation, wo die Grenzen der Sexarbeiter geachtet werden. Und da müssen sich vor allem die Kunden an die Nase fassen. Wenn man vor lauter Geilheit, oder weil einem Nachdenken und Kommunikation zu anstrengend sind, erstmal wild drauf los schreibt, weil man geil ist, ohne auch nur eine oberflächliche Lektüre des Profiltextes vorzunehmen, dann ist das schlichtweg respektlos.
Und niemand kann von Escorts/Sexarbeitern erwarten, sich auf Dates mit Kundne einzulassen, die bereits im erstkontakt zeigen, wie wenig Respekt sie vor den Escorts haben.
Zeit ist kostbar, auch die Zeit, die nicht direkt in Sessions gesteckt wird. Und für mich fängt Konsens zu wahren und achten da an, wo Kunden erst einmal das Profil lesen, und schauen ob der angebotene Service zu ihren Wünschen passt, bevor sie endlos dreist mit einem fordernden Ton ihre lange Wichsfantasienliste präsentieren.

