Als Kunde von Sexdienstleisten verfolge ich die Diskussion schon länger. Die Argumente gegen ein Sexkaufverbot sind hier in dieser Bubbel hinreichend bekannt.
Die Einführung würde nach meiner Meinung dazu führen, dass die ganze Szene in einen verborgenen Bereich wandert, mit allen Konsequenzen:
• Den selbstständigen Sexarbeiterinen wird der sicher Raum genommen
• Einige Kunden werden Dinge verlangen, die heute schon verboten sind (wenn man etwas verbotenes macht, kommt es auf eine Sache mehr auch nicht drauf an)
Ich könnte diese Liste noch weiterführen, aber das ist nicht mein Grund dieses Blogeintrags.
Worum geht es hier eigentlich?
Geht es nicht eigentlich darum, dass eine Gruppe von Menschen ihre „Moralvorstellungen“ durchdrücken will?
Mir ist es ein Rätsel, das erwachsene Personen der einvernehmlichen Sex gegen Geld untersagt werden soll. Jede Sexarbeiter hat Gründe diesen Beruf auszuüben. Auch die Kunden haben Gründe die Dienstleistung von Sexarbeitern in Anspruch zu nehmen.
Eine wirkliche Diskussion mit den Betroffenen findet bis jetzt in meinen Augen nicht wirklich statt. Stigmatisierung von Sexarbeitern und Kunden von Sexarbeit hilft natürlich dabei, eine wirkliche Diskussion zu verhindern. Die meisten kenne Sexarbeit nur aus Filmen, die die Wirklichkeit in keine Weise wiedergeben.
Überall wo Geld verdient wird, findet Ausbeutung/Zwang statt, auch in der Sexarbeit. Jedoch gibt es in meinen Augen bereits ausreichend Gesetze, um dagegen vorzugehen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass diese Gesetze so gut wie nicht angewendet werden.
Beratungsangebote werden seit Jahren nicht ausreichend finanziert und Opfer häufig allein gelassen.
Ein Sexkaufverbot wird dieses nach meiner Meinung nicht zum besseren ändern.
Ich habe mich mit einer Gruppe von Kunden und Kundinnen von Sexarbeit zusammengetan, um dieses Sexkaufverbot zu verhindern. Meine Hoffnung ist, dass dieses zu mehr Sichtbarkeit von Sexarbeit führt und eine ernsthafte Diskussion nun endlich in der Öffentlichkeit geführt wird.
„Wer kämpft kann verlieren. Wer nicht kämpft hat schon verloren“ Bertolt Brecht
meint
die Rübe


Meiner einsamen Meinung nach, eignen sich für den organisierten Protest die Erotik-Events wie Messen und ähnliche Veranstaltungen mit Protestmärschen vor die Landtage oder vor den Bundestag anlässlich der Venus- Erotikmesse dazu. Sichtbarkeit ist das Wichtigste dabei. Sorry, ich weiß, das klingt naiv aber andere kleben sich am Asphalt fest oder verschandeln Kunstwerke.
Was auch immer für "Hidden Agenda" die Verbotler haben, den Frauen in prekären Situationen helfen sie damit nicht, auch wenn sie das als Argument hervorholen.
Das Dogma der Verbotsleute ist, dass Paysex nie selbstbestimmt angeboten werden kann, da durch das Geld die SDL zum Objekt degradiert würde. Es kann nicht selbstbestimmt sein, weil es diesem Dogma widerspricht. Und dann ist es folgerecht eine Verletzung der SDL. Die Aussagen zahlreicher SDL zeigen aber, dass es sehr wohl selbstbestimmten Paysex gibt. Wie kann das bloß sein? Ist das Dogma etwas fehlerhaft?