Bevor ich begonnen habe zu Sexworkerinen zu gehen, habe ich viel in den einschlägigen P6-Foren gelesen. Hier wurde Dinge erklärt, die mir als Neuling komplett unbekannt waren.
Man muss die unterschiedlichen P6-Foren nach meiner Meinung unterscheiden:
· Einige sind niveaulos
· Einige werden nicht genutzt
· Einige sind nur Werbeplattformen für irgendwelche Clubs oder Wohnungspuffs
· Einige sind teuer
· Ein paar sind informativ, gut geführt und es herrscht ein freundliches Miteinander
Ich habe mich in diversen P6-Foren herumgetrieben und in jedem Forum irgendetwas hinterlassen. Interessant waren die Reaktionen der anderen Nutzer und auch die Likes, die man für bestimmte Beiträge erhält.
Oftmals wurde ich über die Foren zu einer anderen Denkweise verleitet, ich ließ mich auch zu kontroversen Themen überzeugen.
In den Foren wird nicht nur über die Besuche von Sexworkerinnen diskutiert. Teilweise sind die Themen Lichtjahre vom P6 entfernt.
Für mich ist das Schreiben eines Berichtes über den Besuch bei einer Sexworkerin auch eine Art Erlebnisverarbeitung. Was nutzt mir das tollste Erlebnis, wenn ich das nicht mit jemanden teilen kann?
Ich kann ja wohl kaum zu einem Arbeitskollegen gehen und ihm erzählen, was für ein toller Service die Sexworkerin beim letzten Besuch abgeliefert hat. Soweit wird unsere Gesellschaft es zu meinen Lebzeiten wohl nicht mehr schaffen.
Daher teile ich meine Erfahrungen dort.
Mir wurde die Scheu vor P6 genommen. P6 war am Anfang für mich etwas verruchtes, verbotenes.
Ich stellte Fragen im Forum und diese wurden von den „alten Hasen“ beantwortet.
So bin ich dann zum ersten Mal in einen Puff gegangen. Es war eine tolle Erfahrung. Nachdem ich mich, wie im Forum geraten, als Neuling outete, wurde ich an die Hand genommen und es wurde mir sehr einfach gemacht.
Ich fuhr nach Hause und musste das Erlebte erstmal verarbeiten. Ich begann zu schreiben. Mit zitternden Händen und voller Rechtschreibfehlern postete ich den ersten Bericht.
Jede neue Erfahrung im P6 schriebe ich auf (meinen ersten Club-Besuch, meinen ersten Dreier, u.s.w.). Jedoch achte ich heute noch darauf, dass über eine Sexworkerin nur den ersten Besuch veröffentlichen (keine Regel ohne Ausnahme).
Meine Berichte sollen auch neuen im P6 helfen, sich zurecht zu finden.
Natürlich dienen die P6-Foren auch als Werbung für Sexworkerinnen. Aber ist das schlimm? Nein, ich denke nicht.
Sicherlich gibt es dann in den Foren die Nutzer, die die Erlebnisse von anderen „nachspielen“ wollen. Dieses funktioniert aber nicht, da jede Begegnung mit einer Sexworkerin anders ist und ein Termin immer von dem Miteinander der beteiligten Personen und ganz vielen andren Faktoren abhängt.
Auch gibt es Berichte, die überhaupt nicht der Wahrheit entsprechen und in denen über Sexworkerinnen übelste Behauptungen aufgestellt werden. Hier ist es an den Admins der Foren sowas klarzustellen, was teilweise schwierig ist, da der Akt normalerweise hinter verschlossen Türen stattfindet und es im Allgemeinen keine unabhängigen Zeugen gibt.
Über mein Stamm-Forum habe ich viele Freier und Sexworkerinnen kennengelernt. Einige Nette, einige nicht so wirklich nette Leute. Es ist halt so wie im richtigen Leben.
Gelegentlich treffen sich die Leute aus dem Forum auch mal im realen Leben. Hier haben sich schon sehr großartige Freundschaften entwickelt. Auch trifft man sich gelegentlich in einem Club.
Ich kann mir vorstellen, dass einige Sexworkerinnen diese ganzen P6-Foren für eine Ansammlung von kranken, triebgesteuerten, notgeilen Männern halten.
Ja, diese Foren gib es.
Jedoch lebt ein gutes Forum von den Admins, die diesen Sachen Einhalt gebieten.
Ungesetzliches wandert in den Müll, Trolle werden gesperrt und so weiter und so fort.
Besonders interessant werden die Foren, wenn sich auch aktive oder ehemalige Sexworkerinnen an Diskussionen beteiligen. Hier kann man(n) dann mal die andere Seite der Medaille kennenlernen.
Für mich ist ein P6-Forum eine Bereicherung.
meint
Die Rübe

