Aktuell gibt es eine Debatte über staatlich geförderte Sexualassistenz. Grund ist der Vorstoss der Grünen Politikerin und pflegepolitischen Sprecherin Elisabeth Scharfenberg, Sex auf Rezept für pflegebedürftige Menschen zu fordern. Die Reaktion aus konservativen und sozialdemokratischen Kreisen liess nicht lange auf sich warten: eine vehemente Absage dieses Vorschlags ist auch von SPD-Fraktionsvorsitzenden Karl Lauterbach zu hören.

 

In den Niederlanden bereits möglich Aber warum diese Absage? Dies ist bereits in den Niederlanden möglich, wo sog. Sexualbegleiterinnen bzw. Sexualassistentinnen Leute mit Handicaps und Menschen in Alten- und Pflegeheimen besuchen. Auch hierzulande gibt es bereits seit einigen Jahren Frauen, die dieses Angebot schaffen. Warum sollten körperbehinderte und pflegebedürftige Personen nicht in den Genuss von Zärtlichkeit und Sexualität kommen, die ihnen anderweitig versagt ist?

 

Es ist überhaupt nicht nachzuvollziehen, warum Politiker diesen Vorschlag ablehnen. Man sollte mal mit älteren Menschen und Leuten mit Behinderung selbst sprechen und fragen, was sie von dieser Absage halten. Dies ist doch eine Bevormundung des Staates und zwar in entmündigender Form, wenn er diese Bedürfnisse ignoriert.

 

Tabu Thema braucht Akzeptanz Es geht doch darum, diesem Tabu Thema eine gesellschaftliche Akzeptanz zu verschaffen: warum sollen Alte und Behinderte keine Lust haben? Ob dafür allerdings immer nur eine Sexualbegleitung in Frage kommt, wo Zärtlichkeiten, Berührungen, maximal Handentspannung angeboten wird oder nicht auch eine echte Hure, wo mehr möglich ist? Es gibt unter den Escorts Frauen, die keine Berührungsängste haben und in der Lage sind, sexuelle Dienstleistungen für ältere Personen und Leuten mit Handicap anzubieten. Auch auf Kaufmich gibt es dafür eine extra Kategorie unter den angebotenen Diensten. Oder man fragt z.B. bei einer Beratungsstelle wie Hydra nach, die Kontakte in Berlin vermitteln kann. Es ist also längst schon gelebte Realität und sexuelle Lust wird in Pflege- und Altenheimen auch schon befriedigt. Nur eben noch nicht auf Rezept.

 

Daher sollte man endlich respektieren, dass pflegebedürftige und ältere Menschen, Personen mit Handicap auch ein Triebleben haben. Siehe dazu auch unseren früheren Beitrag über Sex und Handicap. Dies vor dem Hintergrund, dass unsere Gesellschaft immer älter wird und die Alten länger fit bleiben. Für das allgemeine Wohlbefinden gehört Zärtlichkeit und Sex zum Menschsein und allgemeinen Wohlbefinden einfach dazu. Warum nicht auf Rezept? So könnten auch Menschen profitieren, die nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügen. An dem Thema muss man unbedingt dran bleiben. Es ist und bleibt ein Thema in der Zukunft.

 

Wie seht Ihr das? Findet Ihr den Vorstoss der Grünen Politikerin richtig oder lehnt Ihr diesen Vorschlag ab und falls ja warum? Eure Meinung ist gefragt und wir freuen uns auf Euren Kommentar.  

 

Written by Susi


4 Kommentare

Anonymous

Geschrieben

Wie oft darf man den Lust auf Sex haben? Ich z.B. könnte "es" fünfmal am Tag. Denkt der Arzt nicht, dass der Patient übertreibt. Fragen sich die Sachbearbeiter der Krankenkasse nicht, ob das nicht sehr häufig ist.

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Anonymous

Geschrieben

Behinderung findet d0rt statt..., w0 sich der Einzelne behindert fühlt in der Ausübung der Angelegenheit. Diese Art der Therapie hat bisher, und hatte bisher n0ch keine Nähere Beschreibung in der Ausführung der Hilfeleistung.... Die Medizinische Ausbildung in einer examinierten F0rm (staatlich examiniert) , gibt hier etliche Variati0nen der anbietbaren Therapief0rmen. Inzwischen, sind da allerhand Möglichkeiten, sich s0lide und anerkannt -selbständig zu machen , im s0zialmedizinischen Bereich. Die Gesundheitliche Branche hat hier sch0n bereits v0r einigen Jahren, Einflüsse und Zuläufe im Berufsfeld zugelassen.

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Anonymous

Geschrieben

Auf dem Land eher schwierig, wenn man dort wohnt. Ist wohl eher geeignet in Städten, wo man nicht bekannt ist. Mit deiner Ausbildung aber sicher ideal. Es gibt auch Fortbildungen dazu. lg Susi

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Anonymous

Geschrieben

Bis jetzt hatte ich 4 Treffen mit Querschnittsgelähmten mit sehr unterschiedlichem Behinderungsgrad, Aber alle waren in der Lage ein Treffen selbst zu organisieren und auch zu bezahlen. Da müsste man schon Unterschiede machen zB konnte ich beobachten dass Behinderte nach einem Arbeitsunfall finanziell nicht schlecht gestellt sind. Eine Tätigkeit als Sexualassistentin würde mich, als Krankenschwester voll im Berufsleben stehend, schon interessieren aber auf dem platten Land wo ich wohne wohl nur auf Unverständnis stoßen.

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