Mit Wonder Woman verbinden viele ein starkes Frauenbild. Man denkt daran, wie sie sich in einer Männerdomäne durchsetzt und dabei ebenso stark wie ihre männlichen Mitstreiter gegen das Böse der Welt kämpft. Aus diesem Grund hat die UNO sich dazu entschieden, Wonder Woman zur Sonderbotschafterin für Frauenrechte zu küren. Natürlich nicht ohne Protest.
Die Organisation der Vereinten Nationen (UNO) ernennt regelmäßig Sonderbotschafter, sog. Honorary Ambassadors, die sich durch ihre anerkannten Talente oder Leistungen aus den Bereichen Kunst, Wissenschaft, Literatur, Unterhaltung, Sport oder anderen Bereichen des öffentlichen Lebens auszeichnen. Mit ihrem starken Willen sollen sie ein Zeichen für Integrität setzen und die Aktivitäten und Ziele der UNO aktiv oder symbolisch unterstützen. Dabei ist es erstmal unerheblich, ob es sich um reale oder fiktive Persönlichkeiten handelt. Im März wurde bereits die Figur Red aus dem Spiel Angry Birds und dem gleichnamigen Film als Botschafter im Kampf gegen den Klimawandel ernannt.
17 Ziele, die unsere Welt verändern sollen
Die Wonder Woman Kampagne ist Teil einer großen Agenda, die insgesamt zentrale 17 Ziele aufführt, die die nachhaltige Entwicklung fördern und damit globale Armut, Ungleichheit und Klimawandel entgegenwirken soll. Alle UNO Staaten sind dazu angehalten, sämtliche Entwicklungsprozesse entlang dieser unverbindlichen Leitregeln zu gestalten. Das allein wirkt leider wie ein schlechter Marketing-Gag. Natürlich kann jeder UNO-Staat dieser Agenda zustimmen, ob sie dann aber auch befolgt wird, wird nicht wirklich überprüft und Verstöße werden nicht ausreichend sanktioniert.
Goal Nr. 5: Gleichstellung und Stärkung aller Frauen und Mädchen

Der 5. Punkt der Sustainable Development Goals der UNO ist die Gleichstellung und Stärkung aller Frauen und Mädchen (c)
UNO
Punkt 5 auf der Agenda ist die weltweite Gleichstellung der Geschlechter und die Stärkung aller Frauen und Mädchen. Kernziele dieses Punktes sind u.a. die “Beendigung von Praktiken wie Kinderhochzeiten oder Genitalverstümmelung von Mädchen und Frauen”. Auch sollen Frauen und Mädchen überall die Möglichkeit haben, den gleichen Zugang zu Bildung und leitenden Positionen in der Wirtschaft zu erhalten wie Männer.
Wonder Woman als starkes Idol für Frauen und Mädchen weltweit
Symbolische Botschafterin dieser Ziele ist nun Wonder Woman. Die Versammlung ernannte den DC-Charakter am 21. Oktober unter anderem in Anwesenheit einer Gruppe Girl Scouts, den beiden Wonder Woman Schauspielerinnen Lynda Carter und Gal Gado, mehreren weiblichen Vertretern der DC Studios, die die Rechte an der Figur halten, und einem breiten Publikum, viele in Wonder Woman T-Shirts, die zu Beginn der Veranstaltung verteilt worden waren. Die Rednerinnen unterstrichen einstimmig die Stärke der Figur im Kampf für Gleichberechtigung und damit ihre Symbolkraft für die UNO. O-Ton: “Think of all the wonders we can do”.
Protestierende Mitglieder kehrten der Veranstaltung buchstäblich den Rücken zu
Die Zeremonie ging nicht ohne Proteste über die Bühne. Mehrere GegnerInnen der Kampagne aus den eigenen Reihen der UNO Vertreter legten eine unterschriebene Petition gegen die Berufung vor und schlossen sich der Versammlung an, um im Moment der feierlichen Ernennung mit dem Rücken zum Podium und erhobener Faust ihren Protest auszudrücken. Shazia Rafi, US Politikerin, ist eine der Gegnerinnen, die unter anderem kritisierte, dass es ausreichend reale Frauen gäbe, die Frauen und Mädchen überall als bedeutende Vorbilder in dieser Sache dienen würden. Außerdem würde eine halbnackte Amazone wohl kaum dem Bild von weiblicher Stärke entsprechen, das die UNO vermitteln möchte. Die Äußerungen zur Bekleidung der weiblichen Superheldin lässt die kritischen Stimmen beinahe paradox klingen. Sollte es nicht egal sein, wie eine Frau aussieht und was sie trägt, um ein emanzipiertes und starkes Frauenbild zu verkörpern?
Wir finden, dass starke Frauen durchaus sexy sein dürfen. Vielleicht ist es auch etwas gewöhnungsbedürftig, eine Comicheldin als Symbolträgerin für Freiheit, Gleichberechtigung und der Beendigung von weltweiter Armut in die Welt zu entsenden. Für viele Mädchen und Frauen ist sie aber bestimmt auch jetzt schon ein großes Idol. Also: Superwoman, zieh Dein knappes Dress an, schwing das goldene Lasso und mach aus der Welt einen besseren Ort!
Was haltet Ihr von solchen Symbolträgern? Sind sie wirklich zielführend oder sollte man lieber an realen Persönlichkeiten festhalten? Wir sind gespannt auf Eure Meinung in den Kommentaren.
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