In den meisten Ländern der Welt gibt es spezielle Regelungen und Gesetze, die den Umgang mit Sexarbeitern, dem Prostitutionsgewerbe und / oder ihren Kunden regeln. In unseren Länderberichten versorgen wir Euch mit wichtigen landestypischen Informationen. Im folgenden Artikel geht es um die Regelung der Sexarbeit in der Türkei.
Sexarbeit in der Türkei: Rückschritte unter der AKP
Prostitution ist in der Türkei legal und gesetzlich geregelt. Bordelle sind legal, müssen sich jedoch registrieren lassen. In vielen Fällen wurde auch schon die Lizenz verweigert und die Bordelle geschlossen.
Besonders seit die AKP regiert, ist diese Entwicklung verstärkt eingetreten. Es hat zur Folge, dass viele Sexarbeiterinnen ihre Jobs verloren und sogar obdachlos wurden.
Die Einwanderung in die Türkei zum Zwecke der Prostitution ist offiziell verboten, wobei sich viele russische und andere ausländische Prostituierte in der Türkei aufhalten und als Escorts arbeiten.
Auch die Förderung von Prostitution ist verboten, Haftstrafen zwischen zwei Monaten und vier Jahren werden dafür fällig.
Sexarbeit in der Türkei: Pflicht bei Gesundheitsuntersuchungen & Registrierung
SexarbeiterInnen müssen sich ebenfalls registrieren und sind zu regelmässigen Gesundheitsuntersuchungen verpflichtet. In der Realität sind die meisten SexarbeiterInnen unregistriert. Männliche Sexarbeiter dürfen sich nicht registrieren. Besonders illegal arbeitende SexarbeiterInnen sind Polizei-Gewalt, Strafen, Bußgelder und sexueller Belästigung ausgesetzt.
Ebenfalls gibt es Strip-Clubs in der Türkei. Diese müssen sich ebenfalls lizensieren lassen. Für Stripperinnen gelten die gleichen Bedingungen wie für Prostituierte: Registrierung und Gesundheitsuntersuchungen sind Pflicht.
Geschätzt wird die Gesamtzahl von SexarbeiterInnen auf 100.000. Nicht zu vergessen sind auch die transsexuellen SexarbeiterInnen, die einen besonders schweren Stand in der Türkei haben, da sie kriminalisiert werden und regelmässig Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt sind.
Obwohl Strassenprostitution verboten ist, gibt es sie. Die meisten Strassenprostituierten kommen aus Ost-Europa und
afrikanischen Ländern.
Sexarbeit in der Türkei: Organisationen
Es gibt Organisationen, die hinsichtlich der Rechte von SexarbeiterInnen in der Türkei aktiv sind. Eine Organisation heisst
Kirmizi Semsiye und ist auf dem Gebiet der sexuellen Gesundheit und der Menschenrechte aktiv. Es handelt sich um eine von SexarbeiterInnen geleitete Organisation.
Weitere Länderberichte im Magazin
Neben diesem Artikel über Sexarbeit in der Türkei haben wir noch weitere Länderberichte mit interessanten Informationen über die speziellen gesetzlichen Regelungen und Gesetzen der jeweiligen Länder für Euch:
Länderberichte weltweit - eine Übersicht
Written by Susi
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