In den meisten Ländern der Erde gibt es spezielle Regelungen und Gesetze, die den Umgang mit Sexarbeitern, dem Prostitutionsgewerbe und / oder ihren Kunden regeln. In unseren Länderberichten versorgen wir Euch mit wichtigen landestypischen Informationen. Im folgenden Artikel geht es um die Regelung der Sexarbeit in Frankreich.  

 

Sexarbeit in Frankreich: kein generelles Verbot, aber Kundenbestrafung
Prostitution in Frankreich ist weder verboten noch reguliert. Es gibt keine eindeutige Rechtsprechung zum Thema Sexarbeit.

 

Mit einer Ausnahme: Seit einer Gesetzesverschärfung im Jahr 2003, wurde das aktive wie passive Anwerben verboten. Passives Anwerben betrifft jede Person, die die Absicht hat, eine sexuelle Dienstleistung anzubieten. Dies ist im öffentlichen Raum generell verboten. Die Strafe für passives Werben ist eine 2 monatige Gefängnisstrafe und ein Bußgeld über 3.750€. Diese Rechtsprechung gilt landesweit, aber die Anwendung wird regional ausgeübt bzw. ist abhängig von den jeweiligen Präfekturen. Das Verbot des passiven Anwerbens soll nun noch durch ein Gesetz verstärkt werden, das es strafbar macht, „wie eine Prostituierte auszusehen“. Darüber wird derzeit im Parlament entschieden.

 

Im April 2011 hat die französische Regierung einen Gesetzesvorschlag eingebracht, der auf die Kriminalisierung von Kunden abzielt. Dies wurde 2016 beschlossen und Sexkauf steht unter Strafe. Eine gesellschaftspolitische Debatte hatte sich um das sog. Schwedische Modell entbrannt, die immer noch anhält. Nach schwedischem Vorbild soll die Prostitution vollständig verboten werden und nur die Kunden bestraft werden.

 

Zuhälterei, Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung sind auch in Frankreich verboten. Zuhälterei meint eine Vielfalt von Handlungen, betrifft selbst Partner von Sexarbeiterinnen, wenn sie von ihren Verdiensten leben und über keine eigenen Einkünfte verfügen.

 

Bordelle sind verboten, genauso wie Sexarbeit in Hotels, Saunas, Bars, Clubs und andere Orte, die für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Es gibt keine Regeln, was Privatwohnungen betrifft. Allerdings dürfen Sexarbeiterinnen nicht zusammenarbeiten, wenn nicht alle ihre Namen im Mietvertrag stehen. Auch hier hat das Auge des Gesetzes einen Blick darauf.

 

In letzter Zeit wurden polizeilich auch Sexarbeiterinnen und ihre Werbemassnahmen im Internet überprüft und den Steuerbehörden mitgeteilt.

 

Sexarbeit in Frankreich: Organisationen
In Frankreich gibt es die Sexarbeiter-Organisation STRASS, die regelmässig mobilisiert und auch für den kommenden Internationalen Hurentag in Lyon zu einer Demonstration für mehr Rechte und gegen die Einführung der Freier-Bestrafung aufruft.

 

Susi für das Kaufmich.com-Magazin  

 

Weitere Länderberichte im Magazin
Neugierig, wie es im Rest der Welt aussieht? Neben diesem Artikel "Sexarbeit in Frankreich" haben wir noch weitere Länderberichte mit interessanten Informationen über die speziellen gesetzlichen Regelungen und Gesetzen der jeweiligen Länder für Euch:

 

Länderberichte weltweit - eine Übersicht

 

Written by Susi


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4 comments

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Hallöchen ;)) Ich kannte persönlich Mädchen die dort gearbeitet haben! Sie wurden sogar von Polizisten (manchmal mehreren) vergewaltigt und geschlagen!!! Wenn mal ein Mädchen abgestochen wurde lag es erst mal dort Tagelang im Dreck! Ihr glaubt nicht wie korruppt Frankreich ist! Was ich alles gehört habe, schlimm! Den Frauen wird der Pass abgenommen oder ihre Kinder in ihrem Land werden bedroht...!Schrecklich ;((

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Halli Hallo..!! Bin Julie29 von Frankreich..!! Diese Text ist geschrieben mi Hilfe von Kollegin..!! Herzlichen Dank..!! In Frankreich ist Prostitution verboten, auch wenn man noch an jeder Ecke eine Prostituierte finden kann. Eine Prostituierte kann in Frankreich nicht oder nur selten alleine arbeiten. Aus Angst vor der Polizei, den Kontrollen und auch aus Angst vor den Gästen. Die Franzosen wissen, dass Prostitution verboten ist und erlauben sich alles. Eine Prostituierte kann nicht einfach zur Polizei gehen und eine Anzeige erstatten. Uns bleibt nur die Zuhälterei als einzige Möglichkeit der „Hilfe“. Auch wenn diese Männer die Frauen abkassieren, es ist wenigstens eine Möglichkeit einen Platz zu haben und gecovert zu werden. Es sind sehr viele ausländische Frauen in Frankreich, aus Afrika, Nordafrika, Rumänien, Bulgarien, usw., sie sprechen kein Wort Französisch und sind auf diese Form der Zuhälterei angewiesen. Sie müssen im Umfeld von Paris arbeiten, zum Beispiel in Wohnmobilen, ohne gute Möglichkeiten für die Hygiene, unter ekelhaften Bedingungen, sie werden schlecht behandelt und auch von diesen Männern geschlagen. Sie müssen Tag und Nachtverfügbar sein, für ein Sandwich und zwei Päckchen Tabak vom Bahnhof. Das habe ich leider so oft sehen müssen, ich könnte ein Buch darüber schreiben. Ich lebe in Korsika, hier arbeiten die Mädchen mit Inseraten im Internet. Sie gehen in Stundenhotels oder private Appartements. Ich frage mich nur von wem diese Appartements sind, sie sind wie hier in Deutschland ständig mit anderen Frauen besetzt? Die Inserate im Internet oder Zeitungen sind Annoncen für Massagen (ohne Sex). Da Prostitution verboten ist, sind auch andere Inserate nicht erlaubt. Kommt ein Polizist als Gast getarnt und finden sexuelle Handlungen statt, werden alle verhaftet und es geht erstmal ins Gefängnis. Wird ein Gast mit aufgegriffen, dann muss auch er ins Kommissariat und bekommt irgendwann einen Brief, in dem genau der Grund der Verhaftung, die Adresse mit Datum und Uhrzeit steht. Das ist mit Absicht sehr „diskret“ für das private Umfeld des Mannes. Diese Zustände sind einfach unerträglich! Julie

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"dass es strafbar macht, „wie eine Prostituierte auszusehen“ Ist ja eine äußerst präzise Beschreibung. Aber wie sieht den eine Prostituierte aus? Gibt es da Trachten? So ähnlich wie bei den Zimmerleuten oder Maurern? NICHT!? Dann wird es jetzt aber schwierig. Damit ist ja jede Frau einfach zu beschuldigen.

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Interessant, aber wie findet dann eine "ungefährliche Kontaktaufnahme" statt ? Mund zu Mund Propaganda ? Wie wird vorab das Geschäftliche geklärt ?

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