Auch Sexarbeiterin und Aktivistin Nicole Schulze, die am Straßenstrich arbeitet, kam mit ihrem Love Mobil angereist und forderte in ihrer Rede die Gleichstellung mit anderen körpernahen Dienstleistungen, die schon längst wieder arbeiten dürfen.
Auch die politische Sprecherin des Berufsverbandes Sexarbeit BESD Johanna Weber forderte die Öffnung aller Prostitutionsstätten zum 1. September als realistisches Ziel.
Außerdem verlas sie eine Erklärung der Deutschen Aidshilfe, die ebenfalls auf den Zusammenhang zwischen Berufsverbot, illegales Arbeiten und die Zunahme von Gesundheitsrisiken hinwies.

Dieser Ungerechtigkeit versucht der Berufsverband BESD mit einem Spendenfonds für notleidende Sexworker seit Monaten entgegen zu wirken. Immerhin konnten mehr als 125.000 € an Spenden eingesammelt und an über 400 Sexworker in Notlagen ausgezahlt werden.
Man kann deshalb von einem großartigen Engagement des Berufsverbandes sprechen, das bislang kaum öffentlich gewürdigt wurde.
Die Öffnung der Bordelle unter Hygiene-Auflagen in Corona Zeiten ist erklärtes Ziel der politischen Aktivisten. Denn das Abdriften in Illegalität bedeutet immer auch einen Anstieg an repressiver Staatsgewalt, Bußgelder, Gewalt, Denunziation und Anstieg von sexuell übertragbaren Infektionen (STI).
Die roten Schirme, das Erkennungsmerkmal der internationalen Hurenbewegung, waren auch auf der Domplatte großartig inszeniert. Der Protestzug war beeindruckend und wurde musikalisch auf der "Hexengeige" von Sexarbeiterin und Künstlerin Madame Kali begleitet.
In einer flammenden Ansprache forderte Stephanie Klee, Sprecherin des Bundesverbandes sexuelle Dienstleistungen BSD die sofortige Aufhebung des Berufsverbotes. Sie hat auch ein überzeugendes Hygienekonzept für Bordelle entwickelt, das individuell und maßgeschneidert für die unterschiedlichen Prostitutionsstätten angepasst werden kann.
Denn die Arbeitsbedingungen sind nicht überall gleich. Es gibt Unterschiede zwischen kleinen Wohnungsbordellen, Laufhaus, Straßenstrich, Domina Studios und großen FKK Clubs.
Wer noch nie an einer Protestkundgebung von Sexarbeiter:innen teilgenommen hat, wird sich wundern, wie laut und smart Sexworker in der Öffentlichkeit auftreten, um für ihre Rechte, für mehr Sicherheit und Gesundheit in der Sex Branche zu kämpfen!

Auch die nächste Hurendemo ist schon geplant: am 6. August in Stuttgart! Kommt nach Stuttgart und kämpft für die Rechte der Branche. Escorts, Kunden, Dominas, Huren! Wir zählen auf Euch!

Noch Fragen? Dann wendet Euch an den BESD oder BSD, werdet Mitglied und unterstützt die Verbände auf der Straße oder mit einer Spende. Der Nothilfe Fonds benötigt nämlich immer noch Spenden, um Sexworker in Not auch aktuell unterstützen zu können.