In den meisten Ländern der Welt gibt es spezielle Regelungen und Gesetze, die den Umgang mit Sexarbeitern, dem Prostitutionsgewerbe und / oder ihren Kunden regeln. In unseren Länderberichten versorgen wir Euch mit wichtigen landestypischen Informationen. Im folgenden Artikel geht es um die Regelung der Prostitution im hohen Norden von Europa, um Sexarbeit in Finnland.
Sexarbeit in Finnland: kaum noch Strassenprostitution
Finnland ist ein kleines Land, die Hauptstadt ist Helsinki, die knapp 590.000 Einwohner zählt. Der Anteil an Migranten in der Bevölkerung liegt bei 10%.

 

Sexarbeit wird vornehmlich „Indoor“ ausgeübt, also in geschlossenen Räumen. Es gibt einige Bars und Nachtclubs, etwa 50 Massagestudios und ca. 15 Strip-Clubs. Apartments und Wohnungen werden als Arbeitsplätze genutzt.

 

Es gab einen starken Zulauf zu Indoor-Sexarbeit, da man den Strassenstrich sehr stark kontrolliert und zurück gedrängt hat.

 

Offen der Sexarbeit in Finnland nachzugehen, ist schwierig, da man Sexarbeit in verschiedenster Weise kontrolliert und reglementiert hat. Prostitution wird nicht als Beruf anerkannt. Es hängt sehr von der nationalen Zugehörigkeit ab und den Einwohnerstatus, ob Bürger der EU oder Nicht-EU.

 

Die Mobilität an Sexarbeiterinnen ist sehr hoch, sowohl innerhalb des Landes als auch grenzüberschreitend.

 

In Helsinki arbeiten laut Auskunft der finnischen Beratungsstelle Pro-Tukipiste ca. 1.500 Sexarbeiter, davon anteilig männliche Sexarbeiter und Trans*Personen etwa 5%. Prozentual liegt der Anteil an Sexarbeiterinnen mit migrantischen Hintergrund bei 80%; sie kommen hauptsächlich aus Litauen, Estland, Russland, Thailand, Nigeria, der Tschechischen Republik, Rumänien, Brasilien und Kolumbien.

 

Kunden werden hauptsächlich über das Internet gefunden, aber auch in Sex Bars sowie Massagestudios.

 

2011 wurde erstmalig immerhin der Verkauf sexueller Dienstleistungen als Geschäft anerkannt.

 

Zuhälterei und Menschenhandel werden strafrechtlich verfolgt. Auch der Kauf sexueller Dienstleistungen von Personen, die Opfer dieser Straftaten sind. Der Kauf sexueller Dienstleistungen von Minderjährigen unter 18 Jahren ist ebenfalls verboten.

 

Der Kauf und Verkauf sexueller Dienstleistungen an öffentlichen Orten ist kriminalisiert. Leider wurden dort auch Sexarbeiter kriminalisiert, die Kondome bei sich tragen, da dies als Nachweis der Prostitution gilt. Die Strafen lagen bei Bußgeldern um die 60€.

 

Alle finnischen Bürger haben Zugang zum öffentlichen Gesundheitswesen. Nur unversicherte Migrantinnen mit ausländischen Pässen oder ohne Papiere können, außer in Notfällen, keine Hilfe beanspruchen.

 

Die Mobilität von Sexarbeiterinnen ist stark angestiegen. Sexarbeiterinnen ausserhalb der EU wissen im Regelfall wenig über ihre Rechte, haben kaum Zugang zu Informationen und haben Angst vor Deportation.

 

Susi für Kaufmich.com  

 

Weitere Länderberichte im Magazin
Neugierig, wie es im Rest der Welt aussieht? Neben diesem Artikel "Sexarbeit in Finnland" haben wir noch weitere Länderberichte mit interessanten Informationen über die speziellen gesetzlichen Regelungen und Gesetzen der jeweiligen Länder für Euch:

 

Länderberichte weltweit - eine Übersicht

 

Written by Susi


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