In den meisten Ländern der Erde gibt es spezielle Regelungen und Gesetze, die den Umgang mit Sexarbeitern, dem Prostitutionsgewerbe und / oder ihren Kunden regeln. In unseren Länderberichten versorgen wir Euch mit wichtigen landestypischen Informationen. Im folgenden Artikel geht es um die Regelung der Sexarbeit in Portugal.
Sexarbeit in Portugal: Prostitution in der Grauzone
In Portugal gibt es keine spezifische Rechtsprechung zu Sexarbeit. Sexarbeit ist dort heutzutage weder legal noch illegal.

 

Bis 1962 gab es staatliche Bordelle und die Sexworker mussten sich einer Registrierungspflicht und einer gesundheitlichen Pflichtuntersuchung unterwerfen. 1963 wurde Prostitution ganz verboten.

 

Erst 1983 wurden Strafen für Sexarbeiter aus dem Strafrecht entfernt. Freiwillige Prostitution ist keine Straftat mehr - Sexworker können nicht mehr für den Verkauf sexueller Dienstleistungen inhaftiert werden. Auch die Registrierungspflicht und die verpflichtenden Gesundheitsuntersuchungen wurden nicht wieder eingeführt.

 

Allerdings wird Sexarbeit als Beruf auch nicht anerkannt. Daraus folgt, dass es unmöglich ist, Arbeitsverträge einzugehen, oder die Einkünfte steuerlich zu deklarieren bzw. die Sozialversicherung für diese Tätigkeit zu erlangen.

 

Das Fehlen eines rechtlichen Regelwerks, das Sexarbeit reguliert, führt dazu, dass Sexarbeiter extrem verletzlich sind.

 

Das Strafrecht enthält einen sog. Kuppelei-Paragrafen. Demnach ist es verboten, dass dritte Personen die Ausübung der Prostitution begünstigen, für Profitabsichten fördern und Vorteile aus Situationen der Verzweiflung oder wirtschaftlicher Notwendigkeit schlagen. Dies führt dazu, dass jedwede Form organisierter Prostitution, z.B. Bordelle verboten sind.

 

Die Mehrheit, nämlich 80% der Sexworker in Portugal sind Migranten. Die meisten stammen aus Brasilien, viele aus Rumänien, Afrika, Kolumbien, Venezuela und der Ukraine. Mehr als 50% haben keine gültige Aufenthaltserlaubnis und daher auch keinen Zugang zum öffentlichen Gesundheitswesen.

 

Üblicherweise wird „Indoor“ gearbeitet, also in Apartments, Bars und Clubs. In der Hauptstadt Lissabon arbeiten ca. 6500 Sexworker. Es herrscht eine hohe Fluktuation. Die meisten Sexworker reisen von Stadt zu Stadt und von einem Land ins nächste; sie wechseln etwa alle 14 Tage die Apartments.

 

 

 

Weitere Länderberichte im Magazin
Neugierig, wie es im Rest der Welt aussieht? Neben diesem Artikel "Sexarbeit in Portugal" haben wir noch weitere Länderberichte mit interessanten Informationen über die speziellen gesetzlichen Regelungen und Gesetzen der jeweiligen Länder für Euch, unter anderen natürlich auch über das Nachbarland Portugals, Spanien.

 

Länderberichte weltweit - eine Übersicht

 

Written by Susi


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1 Kommentar

Anonymous

Geschrieben

In Lissabon gibt es ca. 10.000 - 12.000 Damen, die ihre Dienste entweder im Internet oder in den Zeitungen anbieten. Die Preise bewegen sich bei 30 - 60 Euro/Stunde. Durch die Wirtschaftskrise arbeiten mittlerweile mehr Portugiesinnen als Immigranten in diesem Bereich.Es gibt nur einen ganz kleinen Strassen-Strich, alles läuft sehr diskret in Appartments oder Bars ab. Die Mädchen in den Bars kommen gerne in die guten Hotels (da gibt es keine Probleme) oder kennen genügend Stundenhotels. Mädchen aus Südamerika gehen lieber nach Spanien, da gibt es mehr zu verdienen - aber in Spanien ist der Druck der Polizei auf die Mädchen wesentlich höher. In Portugal hat keiner Probleme mit den Damen, solange sie nicht auffallen. Ärztliche Versorgung / Vorsorge gibt es, aber sie muß privat bezahlt werden. Schaut einmal auf www.classificadosX.pt - dort findet ihr ein riesiges Angebot

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