Als ich das erste Mal von Rimming hörte, war ich überrascht. Einen anderen Menschen anal mit der Zunge verwöhnen – kann das Spaß machen? Wie lässt sich das überhaupt umsetzen? Und was ist mit Hygiene?
Nach sechs Jahren als Independent Escort mit ausgeprägten Reaktionfetisch habe ich detaillierte Antworte auf diese Fragen gesammelt, die ich hier gerne teile. Falls Du noch ganz am Anfang Deiner Rimming-Reise bist, oder nach weiteren Impulsen brauchst, ist dieser Artikel für Dich!
Ein Artikel von JayStark
Tipp 1: Die richtige Vorbereitung
An mein erstes Mal Zungenanal kann ich mich noch genau erinnern. Geplant war es nicht. Mein Gast hatte keinerlei Wünsche in Richtung anal passiv geäußert. Doch als ich beim genüsslichen Blowjob an seinen Hoden vorbei leckte, merkte ich, wie sein Körper vor Lust bebte.
Neugierig leckte ich weiter, den Damm hinunter bis zur Rosette. Sein überrascht-geiles Stöhnen werde ich nie vergessen!
In diesem Fall war die fehlende Vorbereitung kein Problem. Beim Rimming bleibst Du mit der Zunge vor allem außen, wo der Anus an sich immer sauber sein sollte. Das Rektum, also das Stück Darm nach dem Schließmuskel, ist in der Regel auch frei von Kot. Erst danach könnte es Kontakt mit Kaviar geben.
Wenn Ihr aber wisst, dass Ihr Rimming ausprobieren möchtet, könnt Ihr Euch entsprechend vorbereiten:
Gründlich in der Dusche reinigen
Im Gegensatz zu Analsex dringt die Zunge beim Rimming nur ein paar Zentimeter in den Anus ein. Somit reicht eine gründliche Reinigung unter der Dusche in der Regel aus.
Sicherheit durch Analdusche
Wer sicher sein möchte, dass wirklich kein Kot-Kontakt passiert, oder das Rimming um anales Fingern oder Analsex erweitern möchte, kann sich mit einer Analdusche spülen.
Das braucht aber Zeit und Übung. Zudem kann der häufige Gebrauch von Spülungen oder Einläufen zu Schleimhautverletzungen führen und so die Übertragung von STIs begünstigen. Sei also hier bitte vorsichtig.
Klare Kommunikation
Rimming kann unglaublich genussvoll sein – doch nur, wenn sich der empfangende Part auch fallen lassen kann. Gedanken wie “Findet mein Gegenüber das eklig? Bin ich da sauber genug?” können ablenken.
Sprecht also vorab über Eure Gedanken und verständigt euch, wie ihr mit Hindernissen umgeht. Oder improvisiert!
Lecktücher
So lustvoll Rimming auch sein kann – vergiss bitte nie den Aspekt der Sicherheit. Beim Zungenanal besteht ein gewisses Risiko für die Übertragung von sexuell übertragbaren Infektionen (STIs) wie beispielsweise Hepatitis, Herpes oder HPV. Auch wenn das Risiko im Vergleich zu penetrativem Sex geringer ist, solltest Du es nicht unterschätzen.
Eine gute Möglichkeit, Dich und Dein Gegenüber zu schützen, sind Lecktücher (Dental Dams). Diese dünnen Latex- oder PU-Folien legst Du einfach über den Anus, bevor Du mit der Zunge loslegst. Sie verhindern direkten Schleimhaut-zu-Schleimhaut-Kontakt, ohne dabei viel von der Empfindsamkeit zu nehmen.
Tipp 2: Schamfreie Improvisation
So bemerkte ich bei einem Date, als ich mit der Zunge nach unten wandern wollte, dass mein Gast in seiner Aufregung wohl nicht gründlich genug gewischt hatte. Wir hatten vorher nicht klar kommuniziert. Nun wollte ich den Flow nicht unterbrechen.
“Ich bin gleich wieder da”, sagte ich und huschte ins Bad.
Dort befeuchtete ich ein kleines Handtuch mit warmem Wasser. Damit reinigte ich seinen Anus sanft, ohne es groß zu kommentieren. Mein Gast merkte zwar, dass ich nachbessern musste, aber auch, dass ich kein Thema daraus machte. So konnte er sich fallen lassen und Zungenanal genießen!
Jetzt wird’s konkreter: Wie lässt sich Zungenanal genussvoll umsetzen?
Vor allem, wenn Du Dein Gegenüber noch nicht kennst oder ihr Rimming zum ersten Mal probiert, solltet Ihr langsam vorgehen.
Dein Ziel mit der Zunge ist der äußere Schließmuskel und vielleicht auch die ersten Millimeter des Aftereingangs, wenn ihr euch damit wohl fühlt. Dort sitzen besonders viele Nervenende, die Du mit der Zunge sehr sanft und gezielt stimulieren kannst.
Doch falle nicht gleich mit der Tür ins Haus! Körper brauchen Zeit, um in Entspannung und Genuss zu gelangen.
Bei Menschen mit Penissen eignet sich ein sinnlicher Blowjob als super Einstieg. Streichle mit Deinen Fingern erst die Hoden, dann den Damm, und schließlich auch sanft den Anus. Gehe dann wieder nach außen, um die Region zu aktivieren. Du kannst beispielsweise seine inneren Oberschenkel küssen, dann seine Hoden und seinen Damm.
Wechsle zur Zunge – und lass Dir Zeit. Gleite vielleicht mit der Zunge von der Penisspitze über den Schaft über die Eier bis hinunter zum Anus. Probiere aus, was Deinem Gegenüber tolle Laute entlockt und zelebriere den Moment.
Langsamkeit fördert Entspannung und kickt zugleich im Kopfkino!
Tipp 4: Körper lesen
Wie reagiert Dein Gegenüber? Wird sein Atem schneller? Stöhnt er? Daran merkst Du, welche Stellen bei ihm oder ihr besonders empfindsam sind.
Das nennt sich “Körper lesen” und kann ein echter Gamechanger in Deinem Sexleben sein. Du kannst zwar keine Gedanken lesen, aber der Körper Deines Gegenübers spricht oft Bände. Natürlich gibt es Ausnahmen, also Menschen, die wenig von sich geben. Doch mit geschultem Auge findest Du ganz nonverbal heraus, wo die erogensten Zonen des anderen liegen.
Fokussiere Dich auf sie, doch vergiss den Rest des Körpers nicht. Immer der gleiche Reiz kann entweder überladen oder abstumpfen lassen. Wenn Du also einige Zeit am Anus mit der Zunge geleckt hast, küsse auch mal wieder die Innenseite der Oberschenkel oder schenke dem Schwanz etwas Aufmerksamkeit.
Welche Kombinationen lösen am meisten Lust aus? Körperlesen kann für Dich eine ebenfalls unglaublich lustvolle Entdeckungsreise werden.
Tipp 5: Ende, wenn es am Schönsten ist - oder gehe einen Schritt weiter
Wann endet Rimming? Das kommt auf Dich und Dein Gegenüber an. Zungenanal kann extrem ekstatisch werden. Wenn die Lustwelle einen Höhepunkt erreicht hat (nicht zu verwechseln mit dem Höhepunkt), könntest Du das Rimming langsam ausklingen lassen. Ziehe Dich aus dem Rektum zurück, lasse Deine Berührungen leichter werden… und gib Deinem Gegenüber Raum, wieder zu sich zu kommen.
Alternativ könnt Ihr nun auch weiter gehen. Vielleicht ersetzt Du die Zunge mit Deinem Finger oder dringst durch eine andere Stellung noch tiefer anal ein? Rimming kann ein enorm erotischer Schritt auf dem Weg zu Analsex sein und den Bereich entspannen.
Hier kommt es auf euch beide an: Was möchtest Du als gebender Part umsetzen? Was wäre Dir zu viel? Und was wünscht der Empfangende? Es ist kein Wettbewerb. Das Ziel ist, gemeinsam in die Lust zu kommen.
Was sind Deine Erfahrungen mit Rimming? Genießt Du Zungenanal, ob aktiv oder passiv, oder ist Dir das noch völlig fremd? Teile es gerne in den Kommentaren.
JayStark ist nichtbinäre Escort und Bizarrlady. Seit fünf Jahren erkundet sie die Welt des Paysex. Als freiberufliche*r Texter*in schreibt Jay fürs Kaufmich Magazin und teilt Wissen, Inspiration und Anekdoten mit der Community.
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