Wir berichten hier über häufig gestellte Fragen aus der Beratungspraxis einer Beratungsstelle für Prostituierte. Heute geht es um das Arbeiten in einer Privatwohnung, in der viele Escorts privaten Empfang anbieten.

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Wie sicher ist das Arbeiten in meiner Privatwohnung?

Wenn wir über gute und sichere Arbeitsbedingungen in der Sexarbeit sprechen, ist es wichtig, die Vor- und Nachteile zu bedenken. Alle Escorts sollten sich klar machen, was „gut arbeiten“ eigentlich bedeutet. In erster Linie heißt es, gut für sich selbst zu sorgen. Schon im Vorfeld sollte man sich überlegen, was zu tun ist, wenn etwas passiert.

Natürlich ist es bequem, von zu Hause aus zu arbeiten - es entstehen keine zusätzlichen Mietkosten, man muss keine längeren Anreisen zu Kund*innen in Kauf nehmen, man fühlt sich wohl an seinem Arbeitsort. Kurz: Es spart Geld und Zeit.

 

Welchen Risiken setze ich mich aus, wenn ich in meiner privaten Wohnung arbeite?

Bin ich angemeldet oder nicht? - dies ist zwar nur eine Ordnungswidrigkeit, aber Kontrollen sind auch in privaten Räumen möglich.

Wenn Du darüber nachdenkst, in einer Privatwohnung zu arbeiten, gibt es ein paar Punkte, die Du auf dem Schirm haben solltest. Sperrbezirke sind in vielen Städten ein Thema - dort darf offiziell keine selbstständige Sexarbeit stattfinden. Schau also vorher nach, ob die Adresse, die Du nutzen willst, in so einem Gebiet liegt. Ein Blick in die kommunalen Regeln kann hier schon Ärger vermeiden.

Auch das Mietrecht spielt eine Rolle: Nicht jeder Vermieter ist glücklich, wenn in der Wohnung Escort-Termine stattfinden. Verträge können Klauseln enthalten, die kommerzielle Nutzung oder störende Besucher untersagen. Es kann also sinnvoll sein, vorher zu prüfen, wie offen Dein Vermieter ist oder wie diskret Du arbeiten kannst.

Wenn Du in Deiner eigenen Wohnung arbeitest, kann es außerdem passieren, dass das Ordnungsamt auf dich aufmerksam wird - z. B. durch Hinweise von Nachbarn oder auffällige "Besucherströme". In der Praxis heißt das: Diskretion ist das A und O.
 

Ein paar Punkte, die sich aus der Erfahrung der Community bewährt haben:

  • Besucher im Blick behalten: Termine möglichst gestaffelt.
  • Nachbarn einbeziehen (wenn möglich): Manchmal hilft ein gutes Verhältnis - oder zumindest, dass Du keine unnötige Aufmerksamkeit erzeugst.
  • Dokumentation & Formalitäten: In Deutschland brauchst Du z. B. die Anmeldung beim Ordnungsamt - das heißt, Du meldest Deine selbstständige Tätigkeit offiziell an. So bist Du formal abgesichert.

 

Wie schütze ich mich vor gewalttätigen Übergriffen?

Wenn man Opfer einer Straftat wird, ist man gut beraten, sich Unterstützung (z.B. einer Beratungsstelle wie Hydra) zu holen. Außerdem sollte man die Beweislage sichern (z.B. Gewaltschutzambulanz). Es ist auch hilfreich, sich therapeutische Unterstützung zu holen, da sich diese Erfahrung als Trauma festsetzen kann - mit weitreichenden Folgen für die Gesundheit und Psyche.

Sexuelle Übergriffe im privaten Umfeld bedeuten immer auch, dass man sich in dem vormals geschützten Raum, dem Zuhause, nicht mehr sicher fühlt. Häufig führen diese Übergriffe auch zu keinen Strafanzeigen, da es die Escorts ja damit sichtbar machen würde.

Durch die Arbeit in der eigenen Wohnung vermischen sich Arbeits- und Privatidentität. Idealerweise sollten Gäste ja nicht die private Person, ihre Privatadresse und den Klarnamen einer Escort kennen. Dies kann Stalkern Tür und Tor öffnen.

Generell gilt für die Sexarbeit: man sollte wenig (Privates) von sich preisgeben, da man sich sonst – unter Umständen – erpressbar macht. Erpressungen von Escorts passieren leider regelmäßig. Ziel in der Sexarbeit sollte deshalb sein, gute und sichere Arbeitsbedingungen herzustellen und sich gut zu schützen. Eine Privatwohnung ist dafür nicht ausreichend – aber oft die einzige Möglichkeit.

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Escorts sollten über die Rahmenbedingungen nachdenken

Man sollte sich im Zweifel vertrauensvoll an eine Fachberatungsstelle für Prostituierte wenden und sich mit Kolleg*innen austauschen. Wenn man schon alleine arbeitet, kann es zu Vereinzelung und Isolation führen. Dies ist keine gute Voraussetzung, um sicher und geschützt zu arbeiten.

Wichtig: Diese Hinweise stammen aus unserer Erfahrung und dem Austausch mit der Community – sie ersetzen keine rechtliche Beratung. Kaufmich selbst ist keine Rechtsinstanz, wir können also keine verbindliche Auskunft geben. Sie sollen Dir lediglich helfen, besser informiert und vorbereitet zu sein, damit Du sicher und selbstbestimmt arbeiten kannst.

 

Auch Kund*innen schätzen den diskreten, privaten Empfang, weil es nicht so "professionell" wirkt. Wie ist Deine Erfahrung? Spielt der Sicherheitsgedanke für Dich eine wesentliche Rolle und wie schützt Du Dich? Schreibe uns im Kommentarbereich oder im Forum!

 

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Was ist eigentlich die Sexdating Community Kaufmich?

Kaufmich.com ist ein kostenloses soziales Netzwerk für Dienstleister und Kunden aus der Escort-Branche. Sexkontakte mit Hobby-Huren, Studentinnen für Girlfriendsex, leidenschaftlichen Typen und Trans* Personen für heiße Abenteuer, Escort-Agenturen, Bordelle und Kunden - hier findet jeder, wen er sucht und kann jeden direkt kontaktieren, egal ob hetero, bi oder schwul. Mit dieser Community bringen wir das älteste Gewerbe der Welt ins 21. Jahrhundert!

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Auf Kaufmich wird Sexarbeit als eine sehr persönliche Dienstleistung verstanden und Anbieter*innen, Kund*innen und Gewerbe als anerkannte Mitglieder unserer Gemeinschaft gesehen. Bei Kaufmich gilt die gesetzliche Kondompflicht und das Werbeverbot für sexuelle Dienste ohne Schutz.
 
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9 Kommentare

Anonymous

Geschrieben

Die Frage ist doch: DARF man überhaupt in einer Privatwohnung ein Gewerbe ausüben, eine Dienstleistung ausführen? 

Gemäß GewO zumindest nicht in reinem Wohngebiet und nicht für dieses Gewerbe ausgewiesenem Gewerbegebiet (vormals "Sperrbezirk"). Oder bin ich da falsch informiert?
So wurde mir das auch von Gewerbaufsichtsämtern diverser Städte und sogar von Ordnungshütern bestätigt.

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Anonymous

Geschrieben

[…] 200114_kaufmich.com | „Fragen aus der Beratung: wie sicher kann ich in einer Privatwohnung arbeiten?“ […]

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Anonymous

Geschrieben

Aus meiner persönlichen Sicht als Kunde schau ich mir auch die Lokalität der Orte/ Adresse/ Umfeld an, weil ich selbst auch einen gewissen Genuss an der Abwechslung einer interessanten Örtlichkeit habe. Ich hatte aus Schüchternheit in meiner jüngeren - späten Jugend wenig Freundinnen oder später Affären , da erhalte ich mental zusätzlich noch einen mir bedeutsamen Erlebnisbonus, welcher sich in meiner Erinnerungssammlung zu einem Glücksgefühl-Paket zusammenfügt. Zum Beispiel hatte ich eine Weile bevorzugt SDL aus Berlin-Ost Plattenbauwohnungen gesucht, weil ich (früher Hochhausplatte Hoyerswerda, jetzt im Kleinstadt EFH wohnend) mal wieder die Hellhörigkeit und Schallkulisse des Treppenhauses von diesen Blöcken „Erinnerungtechnisch/nostalgisch“ auffrischen wollte. Oder in Berlin-West bzw. Leipzig diverse Massage&Energiearbeit (leider selten in KM) speziell in Jugendstil-Altbau mit Parkett und oft Innenhof/ Hinterhofstudios buchte , weil ich auch auf diese „Privat“-Wohnung neugierig war. Mittlerweile hat meine Safari-&Google-Verkehrsapp so viele Markierungspunkte gerade in Berlin, dass ich auch bei beruflich/familiären Fahrten im Stadtgebiet an vielen Kreuzungen mir ein heimlicher Wohlfühlschauer überkommt und auch Dankbarkeit gegenüber den SDL , für ihren Mut und Offenheit in diesen Privaten Räumen für uns Kunden zu arbeiten.

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Anonymous

Geschrieben

Auch als Kunde finde ich es besser, wenn die Dienstleistung NICHT im privaten Umfeld angeboten wird. Die schlechteste Erfahrung, die jemals ich machen musste war in einer privat-Wohnung in Bad Soden Salmünster(xxxx-ganz privat), bei der dann auch noch der Sohn sich nach dem Klingeln gemeldet hat - das geht gar nicht!!!! Da lob ich mir meine inzwischen Lieblings-SDL, die mit einer Freundin in einem Industriegebiet eine entsprechende Wohnung gemietet hat und sauber Privat und DL trennt.

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Anonymous

Geschrieben

Privatwohnung hin oder her, dass ist schlichtweg verboten, auch in Eigentumswohnungen. Fakt ist, wenn die Wohnung per Miete bezahlt wird, braucht man vom Vermieter die Einwilligung, meist schwer zu bekommen, die Gründe liegen ja auf der Hand, welcher Vermieter will in seiner Wohnung eine Prostituierte haben? Denn wenn da bekannt wird, sinken die Grundstückspreise. Bei einer Eigentumswohnung, braucht man die Einwilligung der Nachbarn und die sind auch in der Regel nicht einverstanden, weil die Grundstückspreise auch hier sinken. Und es ist ein Gewerbe, man muss sich ja anmelden als Gewerbe bei der zuständigen Behörde, und da gibt es keine Zustimmung, die Wohnung liegt ja meist im Wohngebiet, da wird es mit einer Genehmigung nichts werden. Wer es trotzdem macht, geht es vielleicht 6 Monate gut, dann steht allerdings die zuständige Behörde vor der Tür und man hat dann 48 Stunden Zeit, seine persönlichen Sachen und seine Möbel woanders unter zu stellen, denn die Wohnung wird Zwangs geräumt. Deswegen eine fertige Wohnung mieten, mit Möbeln, mit allem Drum und Dran, dann hat man nicht soviel zum schleppen, wenn die Behörde auftaucht, paar Dessous unter den Arm klemmen, Heels in die Hand und tschüss.

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Anonymous

Geschrieben

Das ist eine sehr gute Vorgehensweise. Wer mehr über professionelles Arbeiten erfahren möchte, sollte mal einen Blick in BigSister.de werfen, eine Wissensressource für Sexarbeitende und kostenlos/anonym verfügbar. Kaufmich hat das unterstützt. lg Susi Community Management

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Anonymous

Geschrieben

Meine Zweitwohnung ist mein Arbeitsort. Ich habe damit genügend Abstand zu meinem reellen Privatleben. Auf der anderen Seite kann ich es so heimelig wie zu Hause machen, der Flair des Privaten bleibt mir so erhalten. Allerdings habe ich schon etliche Jahre Erfahrung in dem Metier und kann mich im Zweifelsfall auch körperlich wehren! Einer Anfängerin rate ich immer sich ein gutes &professionelles Umfeld zu suchen um die ganzen Fallstricke, die auf einen in diesem Job warten, kennen und umgehen zu lernen! Meine Adresse ist nicht öffentlich einsehbar und es bekommt sie auch nicht jeder!

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Anonymous

Geschrieben

Ich selbst könnte mir nicht vorstellen Kunden in meiner Privatwohnung zu empfangen - auch wenn ich dann viel Zeit sparen würde, die ich jetzt mit An- und Abfahrt verbringe. Auch wenn ich noch keine schlechten Erfahrungen mit Kunden gemacht habe, wäre mir das zu nah an meinem Privatleben. Ich kenne aber einige Kolleginnen, die in ihrer Privatwohnung arbeiten und damit sehr zufrieden sind.

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