Die Vorliebe ist da. Der Fetisch ist da. Was fehlt, ist der Mut, sie anzusprechen, und meistens auch die Idee, wann der richtige Moment dafür eigentlich ist.

Das ist die Diskrepanz, die viele Termine schiefer macht, als sie sein müssten: Kunden, die ihre Wünsche in den Sekunden vor dem Sex rausdrücken oder gar nicht. Und Escorts, die sich wünschen, sie hätten das alles vorher gewusst, in Ruhe, schriftlich.

Dabei ist die Antwort auf „wann und wie" weder kompliziert noch peinlich. Sie ist nur ungewohnt, weil sie genau das Gegenteil von dem ist, was man möglicherweise bei einem ersten Date gelernt hat.

Klare Kommunikation ist Voraussetzung. 

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Warum es leichter ist, als Du denkst 

Der erste Schritt ist es, die Annahme über Bord zu werfen, dass Deine Vorliebe „weird" ist. Aus Escort-Sicht ist sie das nicht. Wer in dieser Branche länger arbeitet, hat einen Querschnitt durch alles erlebt: Rollenspiele, Domina-Wünsche, Cuckolding, Footjob-Fixierungen, Bondage-Anfragen, Crossdressing, Voyeurismus. Eine Vorliebe ist auf Kaufmich.com selten ein Coming-out. Sie ist eine Kategorie auf der Service-Liste.

Was Escorts tatsächlich anstrengt, ist nicht der Inhalt der Vorliebe. Es ist, wenn Du sie nicht ansprichst und dann im Termin in irgendeiner Form versuchst, sie doch noch unterzubringen. Das produziert genau die Stimmungs-Brüche, die niemand will: Spontan-Anfragen im falschen Moment, Erwartungen, die keiner einlösen kann, vorzeitiges Termin-Ende. Eine vorab gestellte Frage erspart das alles. 

Der zweite Schritt ist, eine einfache Sache zu verinnerlichen: Eine Anfrage ist kein Test, den Du bestehen oder nicht bestehen kannst. Sie ist Information. Sie geht entweder durch oder nicht, und das ist das ganze Ergebnis. Wenn Du das im Kopf trennst, fällt der Druck weg. 

 

Das Profil lesen, bevor Du überhaupt schreibst 

Die meisten Antworten auf Deine Frage stehen schon im Profil. Du musst sie nur lesen. 

Service-Liste in drei Spalten denken 

Eine gute KM-Service-Liste hat drei Sektionen: was immer enthalten ist (Standard), was optional gegen Aufpreis möglich ist, und was Tabu ist. Vor jedem Anschreiben lohnt es sich, alle drei Sektionen durchzugehen. 

Wenn Deine Vorliebe in der Standard-Angeboten steht, reicht es, danach zu fragen. Wenn sie in der Aufpreis-Spalte steht, frage im Anschreiben kurz nach, was es kostet. Wenn sie unter Tabu steht, weiter scrollen und andere Escorts suchen. Tabus sind keine Verhandlungsmasse. Wer hier trotzdem fragt, bekommt im besten Fall keine Antwort, im schlechtesten einen Platz in der Ignore-Liste.

Was im Freitext steht, und was nicht 

Der Freitext-Teil des Profils ist die wichtigste Quelle, die viele überlesen. Dort steht oft, was das Escort besonders gerne macht und was nicht. Sätze wie „Ich liebe es, wenn…" oder „Bei mir wird nicht…" sind keine Floskeln. Sie sind Filter, die Dir die halbe Anschreibe-Arbeit abnehmen. 

Wenn Dein Wunsch im Freitext positiv erwähnt wird - wunderbar. Wenn er gar nicht vorkommt, ist die Anfrage möglich, aber offen halten. Wenn er negativ erwähnt wird (auch indirekt: „kein hardcore", „lieber sinnlich"), respektieren und andere Escorts suchen.

Pluszeichen, Sterne, Codes 

Pluszeichen oder Sterne hinter einem Service bedeuten in der Regel: gegen Aufpreis möglich. Wenn ein Service mit einem Minus oder durchgestrichen markiert ist, gilt: explizit nicht. Diese Markierungen sind oft so dezent, dass man sie überliest. Beim ersten Lesen sind sie aber genau der Unterschied zwischen einer guten und einer peinlichen Anfrage. 

 

Im Anschreiben: der richtige Moment, der richtige Ton 

Wenn Deine Vorliebe ein bestimmtes Setup, einen Aufpreis oder eine explizite Zusage braucht, gehört sie in die erste oder zweite Nachricht. Nicht später, nicht vor Ort. 
 

Drei Regeln, die fast alles lösen 

1. Eine konkrete Frage pro Vorliebe, nicht eine ewig lange Liste.

2. Sachlich, nicht ausschmückend. Die erste Nachricht ist nicht der Ort für die Beschreibung Deiner Fantasie. Sie ist der Ort für die Frage, ob die Anbieterin diesen Bereich grundsätzlich anbietet. Die Details kommen, wenn sie sagt: ja, lass uns drüber reden. 

3. Ein „nein" muss eine Option sein. Wenn Deine Frage so formuliert ist, dass einnein" peinlich wäre, drück nicht ab. Forme sie um, bis sie auch beimnein" entspannt funktioniert. Das ist die einfachste Anti-Druck-Technik, die es gibt. 
 

Vor Ort: wenn der Wunsch erst beim Termin kommt 

Manche Vorlieben tauchen erst auf, wenn man sich gegenübersteht. Das ist normal. Auch dafür gibt es einen einfachen Weg, der funktioniert, und einen, der nicht funktioniert. 

Was funktioniert: kurz fragen, kurz Antwort abwarten, weitermachen oder umlenkenEin „ja" heißt ja, einlieber nicht" heißt nein, eine kleine Pause heißt: sie überlegt, gib ihr den Moment. 

Was nicht funktioniert: einfach machen und schauen, ob es bemerkt wird. Das ist Grenzüberschreitung, nicht Spontanität. Wer hier patzt, sieht den Termin in den meisten Fällen verkürzt. Es geht hier nicht um Pedanterie, es geht darum, dass das Escort in jedem Moment wissen kann, was im nächsten Moment passiert. Das ist die Grundlage, auf der man sich überhaupt fallen lassen kann.

 

Wenn die Antwortnein" ist 

Ein „nein" ist keine Niederlage. Es ist Information. Drei Dinge, die nach einemnein" gut funktionieren: 

Nicht nachverhandeln. „Auch nicht gegen Aufpreis?" ist okay, einmal, höflich. Mehrfach nachzubohren ist es nicht. Wenn sie einmal nein gesagt hat, ist es ein Nein. 

Nicht erklären, warum Du es doch gerne hättest. Ein Argument macht das nicht angenehmer. 

Optionen sauber bewerten. Entweder Du nimmst den Termin ohne diese eine Vorliebe; viele andere Sachen werden trotzdem passen. Oder Du suchst gezielt jemanden, der diesen Bereich anbietet. Beides ist okay. Was nicht okay ist: trotzdem buchen und hoffen, dass vor Ort doch noch was geht. 

 

Wenn Dein Wunsch außergewöhnlicher ist 

Manche Vorlieben sind speziell genug, dass sie nicht in jeder Service-Liste auftauchen und auch nicht in jedes Standard-Anschreiben gehören. Fetisch, BDSM, Bondage, Domina-Sessions, Rollenspiele sind eigene Welten mit eigener Logik. Wenn Du dort unterwegs bist, gelten drei Punkte zusätzlich: 

Such gezielt, nicht generell. Ein GFE-Escort auf eine Bondage-Session umstimmen zu wollen, ist die schlechte Variante. Es gibt eine eigene Domina-Kategorie, BDSM-Filter, Fetisch-Spezialistinnen. Profile, die das deutlich signalisieren, mit Studio-Ausstattung, klarer Service-Sprache, oft eigenen Tarifen. 

Sei konkreter, nicht ausschmückender. Außergewöhnliche Wünsche brauchen sachliche Vorab-Klärung. „Ich suche jemanden mit Erfahrung in X und Studio-Raum" ist eine klare Anfrage.

Rechne mit einem längeren Vorgespräch. Spezial-Sessions kommen nicht aus dem Stand. Sicherheitswort, Hard Limits, Erfahrungsstand, gesundheitliche Voraussetzungen sind alles Themen, die vor dem Termin geklärt werden. Wer in diesem Bereich Erfahrung hat, kennt etwa auch das Prinzip Safe, Sane, Consensual (SSC).

 

Worum es eigentlich geht 

Vorlieben anzusprechen ist auf KM keine Hürde. Es ist die Eintrittskarte. Ein Escort, das weiß, was Du suchst, kann entscheiden, ob sie die richtige für Dich ist. Ein Escort, die es nicht weiß, kann nur raten. Und Raten endet meistens in einem Termin, bei dem mindestens einer von beiden nicht das bekommt, was er wollte.

Was bleibt, ist einfach: lies das Profil, frag konkret, akzeptiereinnein". Eine Vorliebe ist nichts, was Du verstecken musst. Sie ist nur etwas, das Du in den richtigen Moment legen solltest, und der ist fast nie der Moment im Termin selbst.

Wenn Du Begriffe brauchst, die in Profilen auftauchen, von FS über GFE bis hin zu spezielleren Kürzeln, schau ins große KM-Sex-Glossar oder, für den BDSM-Bereich, ins BDSM-Glossar 

 

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